Neuer Artikel: “The fragile art of humour. Designing between laughter and resistance for behaviour change technology”

Technologien zur Verhaltensänderung (Behaviour Change Technologies, BCTs), die Feedback zu ressourcenintensiven Verhaltensweisen wie dem Duschen geben, können nachhaltiges Verhalten fördern. Allerdings können Anmerkungen zu persönlichen Routinen zu Reibungen führen und als unangenehm empfunden werden. Frühere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Humor die Kommunikation in diversen Bereichen verbessern kann, indem es Spannungen abbaut und positive Emotionen hervorruft.

Zunächst führten wir eine Studie mit Textvignetten unter 201 Teilnehmenden durch, in der diese sich ein Duschszenario vorstellten, das entweder durch humorvolles oder sachliches Sprachfeedback unterbrochen wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass Humor negative emotionale Reaktionen auf die Unterbrechung abfedern und das Gefühl fördern kann, von der Technologie als Person anerkannt und respektiert zu werden.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen führten wir eine Feldstudie mit 13 Teilnehmenden in sechs Haushalten durch, wobei drei Haushalte humorvolles Sprachfeedback von der Dusche erhielten und drei sachliches Feedback. Die Analysen zeigten eine Verhaltensänderung in beiden Bedingungen. Darüber hinaus löste humorvolles Feedback positivere emotionale Reaktionen aus, beispielsweise das Gefühl einer freundlichen Einladung zum nachhaltigen Verhalten, anstatt bevormundet zu werden. Allerdings wurde die Art des Humors nicht von allen gleichermaßen geschätzt.

Zusammenfassend legen die Studien nahe, dass Humor als wertvolles Gestaltungsinstrument für verhaltensändernde Technologien (BCTs) dienen kann, da es das Potenzial besitzt, Reibungspunkte so zu gestalten, dass ein dadurch aufkommender Widerstand abgebaut werden kann. Dennoch kann die Komplexität des Konstrukts Humor Herausforderungen bei dessen Operationalisierung und Verallgemeinerung mit sich bringen.

Hier finden Sie den vollständigen Artikel: https://doi.org/10.1080/0144929X.2026.2719738

Behaviour change technologies (BCTs) that provide feedback on resource-intensive practices, such as showering, can facilitate sustainable behaviours. However, comments on personal routines may generate friction and be perceived as unpleasant. Previous research suggests that humour may enhance communication across domains by reducing tension and evoking positive emotions.

We first conducted a textual vignette study with  201 participants in which they imagined a shower scenario interrupted by either humorous or factual voice feedback. Findings indicated that humour could buffer negative affective responses to the interruption and foster a sense of being acknowledged and respected by technology. 

Building on these insights, we conducted a field study with 13 participants in six households, three receiving humorous voice feedback from the shower and three receiving factual feedback. Analyses revealed behaviour change across both conditions. Moreover, humorous feedback evoked more positive emotional responses, such as feeling invited to engage in sustainable practices rather than being patronised. However, the type of humour was not universally appreciated. 

In summary, the studies suggest that humour may serve as a valuable design tool for BCTs, given its potential to reshape friction and thereby mitigate emerging resistance. Nevertheless, the complexity of humour can present challenges for its operationalisation and generalisation.

Here you can find the full paper: https://doi.org/10.1080/0144929X.2026.2719738

Autoren Authors: Till Maria Jürgens, Lara Christoforakos, Yuri Hwang, Marc Hassenzahl & Matthias Laschke

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Studie: Technik trifft vogelwelt